Äpfel-Wunder der Natur

Unlängst radelten wir durch die herrlich warme Septembersonne entlang der Insel Rügen. Ein strahlend blauer Himmel wölbte sich über uns. Eine salzige Brise wehte vom Meer her. Der Anblick von rotdurchsetzten Hagebuttensträuchern, blaubestückten Schlehenbüschen, orange-wuchernden Sanddornbüschen und prall gefüllten Apfel-und Birnenbäumen ließen mein Herz schneller schlagen. Wir konnten es nicht lassen, unsere Fahrradtaschen mit saftigen Äpfeln zu füllen. Überall war der Geruch von reifem Obst. Wie reich beschenkt uns doch jedes Jahr die Natur, dachte ich immer wieder.

Unser Apfel ist ein wahres Gesundheitswunder. Oft sind wir uns dessen leider nicht bewusst, obwohl schon ein Sprichwort sagt: „Ein Apfel am Tag, mit dem Doktor kein Plag.“ Gut, ein Apfel am Tag wird uns nicht unbedingt von unseren Zivilisationserkrankungen heilen, aber wir könnten wesentlich gesünder leben, wenn wir reichlich unsere alten einheimischen Obstsorten genießen würden.

Durch seine ausgewogene Vielfalt an Inhaltsstoffen wird der Apfel zu einem ganz besonderen Heilmittel. Er hat roh und mit Schale verzehrt den höchsten Anteil an gesundheitlich wertvollen Stoffen. Das sind u.a. Fruchtsäuren, Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Phosphor, Schwefel, Gerbstoffe, Chlor, Kieselsäure, Vitamin A, B1, B2, B6, Folsäure, Niacin, Vitamin C und Vitamin E. Dass man bei Durchfall geriebenen Apfel anwendet, weiß man noch aus Kindheitstagen. Interessanterweise gibt es heute Forschungen, die belegen, dass das Pektin auch bei Dickdarmentzündungen resorbierend (aufsaugend) und entzündungshemmend wirken kann. Im Labor durchgeführte Untersuchungen belegen auch eine Darmkrebshemmende Wirkung des Pektins und der Oligosaccaride. Chronische Hautausschläge, die durch anhaltende Verstopfung verursacht werden, verbessern sich, wenn regelmäßig 1-2 Äpfel morgens auf nüchternen Magen gegessen werden. Eine in Japan durchgeführte Studie zeigte, dass eine Ernährung mit vielen Äpfeln den Bluthochdruck regulieren kann und gleichzeitig die Cholesterinwerte senkt.

Da der Apfel reich an Flavonoiden, besonders an Quercetin ist, kann der regelmäßige Genuss Arterienverkalkung vorbeugen. Äpfel führen wegen ihrer gallefördernden und blutreinigenden Wirkung zu einer Entlastung der Gallenblase und sind selbst bei einer Fettleber sehr empfehlenswert.

Äpfel kann man in verschiedenen Formen anwenden: roh, gerieben, im Ofen gebacken, gedünstet, als naturtrüber Saft (nicht industriell hergestellt) oder als Apfelessig. Wer regelmäßig einen Apfeltag in seinen Alltag integriert, erzielt eine kontinuierliche Stimulierung und Kräftigung des gesamten Körpers. Es gibt weltweit 20.000 Apfelsorten. Rund 1.000 Sorten wachsen in Deutschland. Da sollten doch genug für Ihren Geschmack dabei sein!

Probieren Sie mal wieder eine urwüchsige Sorte, die nicht für die Massenproduktion verschönt wurde. Ihre Gesundheit wird es ihnen danken. Genießen Sie den apfelreichen Herbst und sorgen Sie für den Winter vor – mit Äpfeln!

Ihre Heilpraktikerin Uta Erben

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