Immun statt nichts tun

Wer kennt nicht Nachrichten wie diese? „Notaufnahmen überlastet, die Grippewelle wütet und hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht“. Sie stammen aus der Erkältungszeit, die jeden Winter ihre Furchen durch Altersheime, Arztpraxen, Schulen und Kindergärten zieht.

Ich frage mich, warum der schwarze Peter ausgerechnet den Schul- und Kindergartenkindern zugeschoben wird. Sie gelten als Hauptansteckungsquelle für ältere Menschen. Dabei sind doch gerade diese beiden Gruppen unserer Bevölkerung am stärksten durchgeimpft. Die Debatte über Sinn und Unsinn von Grippeschutzimpfungen könnte Seiten füllen. Impfgegner punkten mit Fragen wie: Wird durch Impfungen tatsächlich das Immunsystem angeregt? Spritzt man es vielleicht eher in einen Zustand, in dem der Körper unfähig ist, auf Bedrohungen zu reagieren?

Wiederkehrend auftretende Infekte deuten darauf hin, dass bei einem etwas mit dem Immunsystem nicht stimmt. Dort anzusetzen wäre sinnvoll. Vieles an unserem zivilisierten Lebensstil trägt dazu bei, dass unser Immunsystem geschwächt wird. Einige Beispiele: Fehl- und Mangelernährung führen dazu, dass der Vitaminbedarf nicht ausreichend gedeckt wird. Häufig besteht ein Mangel an gesunden Eiweißen und Mineralien. Bewegungsmangel, zu wenig Sonnenlicht, chronischer Schlafmangel und zu viel Stress sind weitere Faktoren.
Psychoneuroimmunologen (Forscher, die sich mit den Zusammenhängen zwischen psychischen Vorgängen und Reaktionen des Immunsystems beschäftigen) haben mehrfach herausgefunden, dass ein Abbau von Stress das Immunsystems stärkt. Die Tätigkeit der Schilddrüsen und Nebennieren sind dabei besonders ins Blickfeld der Forscher geraten. Interessanterweise kann chronischer Stress beide Organe entweder aktivieren oder deaktivieren. Bei der Abwehr unseres Immunsystems und beim „Sich-wehren“ gegen Stress geht es offenbar um die gleiche Sache.

Ein sehr großer Teil des Immunsystems ist im Darm lokalisiert. Wer gut für seinen Darm sorgt, der stärkt auch seine körpereigenen Abwehr. Spezielle Labortests können eine Auskunft über die Beschaffenheit der Darmflora geben. Verschiedene hochwertige Darmbakterien oder fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut sind Mittel der Wahl, um dem Darm gut zu tun. Alle Nahrungsmittel, die störend auf die Darmflora wirken, sollten gemieden werden. Dazu gehören in vielen Fällen Milch und Zucker.

Winterzeit ist Kräuterzeit. Viele Heilpflanzen haben eine antivirale und antibakterielle Wirkung. Als Teeaufguss eignen sich besonders Sonnenhut-Wurzel, Hagebuttenschale, Thymian-Blätter, Ginseng-Wurzel, Holunderblüten, Zistrosenkraut, Ingwerwurzel, Salbeiblätter, Lindenblüten und Majorankraut. Vorbeugend wirken Nahrungsmittel, die reich an Vitaminen A, C, E und sekundären Pflanzenstoffen sind. Deshalb sollten Knoblauch, Kohl, Brokkoli, Zwiebeln, Meerrettich, Leinsamen, Sprossen, Petersilie, Rosmarin, Minze, Curcuma, Zitrusfrüchte und Grüntee täglich auf Ihrem Speiseplan stehen.

Wenn Sie möchten, können Sie sich auch Ihren Vitamin-D-Spiegel bestimmen lassen. Es gibt nachweislich einen Zusammenhang zwischen einem niedrigem Vitamin-D-Spiegel und Grippeerkrankungen. Bei Bedarf nehmen Sie ein Vitamin-D-haltiges Präparat ein.

Wie Sie sehen, sind wir nicht hilflos der Grippewelle ausgeliefert. Gerade im Frühjahr kann es sich zeigen, wie clever wir mit unserer Gesundheit umgehen. Viel Erfolg dabei wünscht Ihnen

Ihre Heilpraktikerin Uta Erben

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