Supercup, Superstar, Superzahl, Superkleber, Superreich, Supermann und Supergirl…und jetzt auch Superfood!

Hatten wir nicht schon alle darauf gewartet? Endlich haben sie den Weg in die Verkaufsregale gefunden, die superduper Powernahrungsmittel (meist) aus Übersee: Acaibeere, Chiasamen, Gojibeere, Maca, Noni, Matcha und Lucuma. Jedem, der sein superdickes Portemonnaie etwas verschlanken möchte, winkt auf diesem Wege Supergesundheit und ein superlanges Leben.

Mal ganz im Ernst: Superfood ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Seit es Menschen gibt, suchen sie nach besonders wirkungsvollen Nahrungsmitteln mit hoher „Energiedichte“. Unsere Vorfahren lernten mit ihrem Bauch, was sie kraftvoll und munter machte. Mit unserem modernen wissenschaftlichen Sachverstand können wir heute die Inhaltsstoffe exakt bestimmen, die ein Nahrungsmittel besonders effektiv machen, nämlich Enzyme, bioaktive Vitamine, Chlorophyll, Biophotonen und Mineralstoffe.

Die Vorzüge liegen auf der Hand. Unsere Körperzellen werden entgiftet und gereinigt. Ihre Funktionsweise wird optimiert. Das Immunsystem – der körperinterne Sicherheitsdienst – wird gestärkt. Der Schlaf – unser täglicher Kurzurlaub – wird intensiver. Wir können uns besser konzentrieren. Die Alterungsprozesse werden verlangsamt. Überflüssiges Körperfett wird schneller abgebaut.

Wenn schon Superfood, dann richtig – finde ich. Und zwar nicht als Produkt, sondern als Teil einer Lebensweise oder Ernährungsphilosophie. Auf diesem Gebiet bin ich selbst schon eine Weile unterwegs und lerne sozusagen im Selbstversuch dazu.  Kaum zu glauben, was zum Beispiel ganz einfache, altbekannte Wildkräuter mit einem machen. Seit sie in diesem Frühjahr wachsen, esse ich regelmäßig Brennnessel, Löwenzahn, Giersch, wilde Möhre, Sauerampfer, Knoblauchrauke, Brombeerblätter oder Scharfgarbe. Die vitalisierende Wirkung hat mich selbst überrascht! Kein Wunder – Wildkräuter haben häufig einen höheren Gehalt an Nährstoffen als industriell hergestellte Lebensmittel.

Auch andere heimischen „Superfoods“ wie Hanfsamen, Sprossen, Walnüsse, Kresse, Leinsamen, Sanddorn, Aronia-Beeren, Blaubeeren, schwarze Johannisbeeren, Zwiebelgewächse, Weizengras und Brokkoli sollten unseren Speiseplan bereichern. Sie müssen nicht über lange Strecken transportiert und unreif geerntet werden. Einige Pflanzen kann man auf der eigenen Fensterbank ziehen. Dann ist frischer Nachschub in Reichweite.

Selbst mal auszuprobieren, wie unsere heimischen „Superfoods“ wirken, das wäre doch eine Superidee, findet ihre Heilpraktikerin Uta Erben

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