Kann man sich vor Demenz schützen?

Unser Gehirn ist wie unser Herz ein soziales Organ. Ein Gehirn an sich gibt es nicht.  Das Gehirn eines Menschen ist in seiner Ausformung auf alle die Menschen bezogen, mit denen dieser Mensch innerlich verbunden ist – im Guten wie im Bösen. Wer sich auf diese Sichtweise einlässt, der wird ein Phänomen wie Demenz in einem ganz anderen Licht sehen.

Schätzungsweise leiden in unserem Land etwa 1,5 Millionen Menschen an dieser Krankheit, Tendenz steigend. Das liegt auch daran, dass wir immer länger leben. So übersteigt die Zahl der Neuerkrankungen die Anzahl der Sterbefälle. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. Bei der Entstehung von Alzheimer  sollen unter anderem fehlerhafte Eiweißablagerungen im Gehirn eine Rolle spielen – so genannte Plaques. Der US-amerikanische Krankheitsursachenforscher David Snowdon begann 1986 Alzheimer an ziemlich ungewöhnlichen Orten zu untersuchen – in Nonnenklöstern! Und siehe da, seine Forschungsergebnisse brachten zutage, dass man unter Umständen bis zum Tod ein erfülltes, glückliches Leben haben kann, selbst wenn das Gehirn von Plaques befallen ist! Es kommt also sehr stark auf unseren Lebensstil an – auf Bewegung, Essen, Trinken und auf die Art und Weise, wie unser Gehirn mit anderen Gehirnen tagaus, tagein vernetzt ist.

 Ja, ein bestimmter Lebensstil scheint vor Alzheimer zu schützen: „Bei Nonnen: Geistige und körperliche Aktivitäten – häufig bis ins hohe Alter, soziale Faktoren, starke Gläubigkeit, Gebet und Enthaltsamkeit (wenig bis kein Alkohol, kein Nikotin, ausgewogene und dosierte Ernährung), sowie eine abwechslungsreiche und erfüllende Arbeit.“ (Webseite der Uni Witten/Herdecke, Dialog- und Transferzentrum Demenz)

Wer hätte das gedacht? Wir können tatsächlich von Nonnen lernen, einen Lebensstil zu entwickeln, der uns wahrscheinlich weitgehend vor Demenz schützt! Vier Sachen fallen mir dabei besonders ins Auge: Körperliche Fitness, gesunde Ernährung, sinngebende Rituale und die Einbettung in eine liebevolle Gemeinschaft. Das ist mir für mich selbst sehr wichtig – und dafür setzte ich mich gern beruflich und ehrenamtlich ein, meint ihre Heilpraktikerin Uta Erben.

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